100 JAHRE EXCELSIOR

 


100 Jahre Hotel „Excelsior“ – 100 Jahre Gastfreundschaft und Innovation

Mit dem „Excelsior“ feiert im Winter 2010/11 eines der grossen Hotels in Arosa das 100-jährige Bestehen. Das Viersternhaus ist in den letzten Jahren sukzessiv erneuert worden.

Das Hotel „Excelsior“ kann im Jubiläumsjahr 2010 auf eine bewegte Hotelgeschichte zurückblicken. Heute gehört das Vierstern-Haus den Nachkommen von Giovanni Zamboni, der das Haus 1962/63 zusammen mit Fredy Hold, Ludwig Kauf und Erwin Schrägle erwarb und dann 1970 alleiniger Besitzer wurde. Bauherren waren vor gut 100 Jahren Johann Müller und H. C. Boll, die als Architekten vermutlich den 1953 verstorbenen Alfons Rocco einsetzten, der dann 20 Jahre später auch für Erweiterungs- und Umbauten zuständig war. 1919 erwarben Hans und Marie Sieber-Ott das „Excelsior“. Nach dem Tod Hans Siebers 1957 erlebte das „Excelsior“ einige unruhige Jahre mit häufigen Direktorenwechseln. Inzwischen ist aber längst wieder Kontinuität eingekehrt. Dies nicht zuletzt dank der jetzigen Besitzer, die die gleichen Beweggründe haben wie die beiden früheren Besitzerfamilien: Gastfreundschaft und Innovationsfreude.

 

Von der Gastfreundschaft konnten sich in den letzten 100 Jahren Tausende von Gästen aus dem In- und Ausland überzeugen, von denen viele treue Stammkunden wurden. Sie schätzen nicht nur den „modernsten Komfort“, „die beste sonnigste Lage in unmittelbarer Nähe prächtiger Waldspaziergänge“ und die „wundervolle Aussicht auf die Berge“, sondern auch die „bequemen Privatbalkons“ und die „vorzügliche Verpflegung“, wie sie im Eröffnungsjahr in einer Zeitungsannonce beschrieben worden ist. Auch berühmte Gäste fühlen sich hier wohl, so unter anderem der Davoser Arzt und Begründer des Spengler-Cups Luzius Spengler, König Albert von Belgien und seine Frau Elisabeth, die sich 1932 mit Aroser Flugzeug von Robert Fretz bis nach Arosa fliegen liessen und hier in kognito unter dem Namen Rethy weilten, oder General Guisan. Legendär waren in den Zwischenkriegsjahren die Ballnächte, die im „Excelsior“ abgehalten wurden und auch zahlreiche prominente Gäste anderer Aroser Hotels anlockten.

 

Die Innovationsfreude der jeweiligen Besitzerfamilien widerspiegelt sich allein schon an der Tatsache, dass das Gebäude heute etwa doppelt so gross ist wie vor 100 Jahren und die Bettenzahl in dieser Zeitspanne von 40 auf 72 angestiegen ist. 1930 wurde der Ostflügel angebaut und das Excelsior aufgestockt. Architekt Alfons Rocco lehnte sich wie bei seinen anderen markanten Bauten in Arosa (zum Beispiel Hotel „Quellenhof“) an den Bauhaus-Stil an. Seither prägen das Flachdach und eine glatte sachliche Fassade ohne Zierelemente das „Excelsior“. Innen kommt diese klassische Moderne beispielsweise im grossen Festsaal mit Holzvertäfelung zum Ausdruck. Weitere bedeutende Umbauten erfolgten 1966 (Einbau von Bädern in allen Zimmern), 1971 (Aufstockung 5. und 6. Stock, Anbau Hallenbad und Ausbau Speisesaal) und 2007 (neuer Wellnessbereich). Die Zimmer wurden seither sukzessive erneuert. So hat das „Excelsior“ gerade auch in den letzten Jahren den neuen Gästebedürfnissen Rechnung getragen und sich vom anfänglichen Gasthaus für Erholungssuchende zu einem modernen Hotel gewandelt, das Ferienhungrige in jeglicher Beziehung verwöhnen kann.

 

Der Ideenreichtum und Zukunftsglaube der “Excelsior”-Besitzer kam immer wieder auch dem Ort Arosa zu Gute. So war der langjährige Besitzer und Direktor Hans Sieber-Ott die treibende Kraft für einen Golfplatz in Arosa, der dann 1946 eingeweiht werden konnte. Dass das “Excelsior” seit zwei Jahren auch wieder im Sommer geöffnet ist – wie schon bis zum zweiten Weltkrieg – und damit zur Belegung des Aroser Sommers beiträgt, ist ein weiteres Beispiel dieses Zusammenwirkens.  Umgekehrt profitiert das Hotel von der grosszügig ausgebauten (Bergbahn-)Infrastruktur in Arosa und der intakten Natur. Dass Arosa in diesen Bereichen noch immer auftrumpfen kann, ist auch für die Besitzer des “Excelsior” Ansporn, das zweite Jahrhundert im “Excelsior” mit viel Elan und mit der gleichen Philosopie in Angriff zu nehmen wie das erste Jahrhundert gemeistert wurde: Mit Gastfreundschaft und Innovation.

1897Kauf von 1000 m2 durch Baumeister Johann Gruber, wohl als Steinbruch wie später auch das Nachbargrundstück (heute Hotel Streiff).
1909Kauf des Grundstücks von 1711 m2 durch Johann Müller und H. C. Boll unter dem Namen Hotel Excelsior, später immer wieder Arrondierungen und Zukäufe.
1910Bau des Hotels im sogenannten Heimatstil, ein grosses Landhaus. Der Architekt ist unbekannt, Alfons Rocco (seit 1909 in Arosa, 1953 gestorben) möglich, da er dann auch Umbau und Erweiterung 1930 machte.
1911Gründung Chur-Arosa Bahn AG mit dem Ziel 1914 in Betriebnahme. Der Bau verzögerte sich jedoch durch den Kriegsausbruch im Jahr 1914.
1919Hans und Marie Sieber-Ott, Direktionspaar des Sanatoriums Inner-Arosa kaufen das Excelsior.
1920Anbau im Osten (die heutigen Zimmer 109 bis 309).
Mitte der 20er Jahre viele Neubauten Richtung Maran und Innerarosa auch Hotelplanungen trotz dem Hotelbauverbot seit 1915. Dieses wurde in Arosa immer wieder durchbrochen und erst 1952 aufgehoben.
1928Neuer Bebauungsplan u. a. „flaches Dach“ zur Erreichung guter, einfacher Baukörper (Bauhaus!) und so keine Eiszapfenbildung und keine Gefahr durch Schneerutsche.
1930Anbau des Ostflügels und Aufstockung des Excelsior mit flachem Dach. Dadurch wurde die Kapazität um 40 Zimmer erhöht.
1928 - 1946Pläne und Bau von verschiedenen Bahnen in Arosa. Auch der Golfplatz wurde unter dem damaligen Direktor des Excelsior geplant.
1957Tod von Hans Sieber-Ott, seit 1919 Besitzer Excelsior und treibende Kraft für einen Golfplatz. Darauf folgten unruhige Zeiten für das Excelsior mit vielen Direktionswechseln und grossem Sanierungsbedarf.
1962 / 1963Kauf des Excelsior durch die Herren
Fredy Hold, Hotel Bellevue Arosa
Ludwig Kauf, Brennmaterialien Arosa
Giovanni Zamboni, Architekt in Zürich
1966Einbau von Bädern in alle Zimmer (bis anhin nur mit Etagenbädern ausgestattet)
1970Austritt der Partner. Das Excelsior ist noch heute im Besitz der Nachkommen von Giovanni Zamboni.
1971Grundlegende Neugestaltung der Innenräume, Hoteleingang und Reception, Aufstockung 5. und 6. Stock und Anbau Hallenbad, Ausbau des Speisesaals. Seither sukzessive Erneuerung aller Zimmer. Verbindung von sportlicher Eleganz mit modernen Bedürfnissen.
2007Neubau Wellness
2010Neugestaltung des Restaurant "Montanara"

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